Die Wurzelstrichübung - Standfest durchs Leben

Manchmal bringen Kinder eine Übung mit wenigen Worten auf den Punkt. Ein Kind nannte diese Aufgabe ganz spontan die „Wurzelstrichübung“.

Ein wunderschönes Bild, denn genau darum geht es: wie eine Wurzel fest mit dem Boden verbunden zu sein und auf dem eigenen Weg stehen zu bleiben.

Auf dem Boden sind verschiedene farbige Striche verteilt. Die Aufgabe scheint einfach: Auf einem gewählten Strich stehen bleiben. Doch schnell wird deutlich, dass dahinter viel mehr steckt. Wie fühlt es sich an, den eigenen Platz einzunehmen? Kann ich dort stehen bleiben, auch wenn um mich herum Bewegung entsteht?

In der tiergestützten Arbeit nach dem TDATM von Gabriela Pernter Volpe wird das Tier zu einem wertvollen Unterstützer. Es kann bewusst umpositioniert werden und hilft dabei, Entscheidungen sichtbar zu machen. Wo soll das Tier stehen? Nähe oder Distanz? Unterstützung oder Herausforderung?

Dabei entstehen spannende Fragen, die direkt mit dem Alltag verbunden sind:

• Was will ich wirklich?

• Wo ist mein Platz?

• Kann ich für mich einstehen?

• Darf ich etwas verändern, damit es mir wohler ist?

• Welche Entscheidung fühlt sich richtig an?

Viele Menschen sind gewohnt, sich anzupassen und Rücksicht zu nehmen. In dieser Übung wird erlebbar, dass es erlaubt ist, den eigenen Standpunkt einzunehmen. Manchmal bedeutet das sogar, andere oder etwas anderes "umzuplatzieren", damit die Situation stimmig wird. Nicht aus Egoismus, sondern aus Selbstfürsorge.

Die Wurzelstrichübung macht sichtbar, was oft im Verborgenen wirkt: innere Klarheit, Standfestigkeit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Wer geerdet ist, kann leichter in Balance bleiben.

Denn genau wie ein Baum seine Kraft aus tiefen Wurzeln zieht, finden auch wir Stabilität, wenn wir wissen, wo wir stehen und was wir brauchen.🌳

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